Nuklearer Weltenplan

Veröffentlicht: 24. Februar 2013 in Geisteswissenschaft

Immer peter_um_1975wieder erstaunt, wie sich auch naturwissenschaftlich, mathematisch und philosophisch gebildete Köpfe der Anthroposophie öffnen und sich auf den kruden Erkenntnisweg von Meister Steiner begeben. Aber nur mit Gleichgesinnten reden sie darüber. Wie der Anthroposoph Peter von Siemens, Atomkraftwerk-Exporteur und ehemaliger Vorsitzender der Weltenergiekonferenz. Den Kernkrafthandel des Hauses Siemens hat er fortgeschrittenen Steiner-Jüngern folgendermassen erklärt:

„Der Weltenplan, von dem Rudolf Steiner gesprochen hat, vollzieht sich unerbittlich. In der Mitte des  vierten Jahrtausends … wird die Erde beginnen, sich zu astralisieren, das heisst, sie wird in eine Form der Schwerelosigkeit übergehen. Wenn wir jetzt in sehr vorsichtiger Form gewisse erste Stufen … der Dritten Kraft für Energiezwecke verwenden, so vermag ich darin nichts Verwerfliches … zu sehen. „

Peter von Siemens wurde von Carl Albert Friedenreich „im Zeichen unserer eng und vertrauensvoll gewordenen Freundschaft“ in die Anthroposophie eingeführt. Es öffneten sich ihm „tiefe Einblicke in das Wesen der Anthroposophie und ihres Schöpfers“.  Der tiefere Sinn des Daseins offenbarte sich ihm, „zugleich wurde mir mit dem Studium der ‚Geheimwissenschaft im Umriss‘ Sinn und Zweck der Menschheitsentwicklung klar, und der Weltenplan tat sich in seiner Grösse vor mir auf. Hierbei wurde der Blick für die Aufgaben einer jeden Epoche geschärft und die Einsicht fundiert, dass nichts zu früh, aber auch nichts zu spät geschehen darf, wenn das Ganze nicht Schaden erleiden soll; und dass wir durch die Einwirkung der Widersachermächte ständig eine Gratwanderung zwischen widersprüchlichen Extremen zu vollziehen haben.“ Dank der für ihn damit verbundenen „meditativen Beschäftigung“, sagte er, habe er in sich „den klaren Eindruck fundiert“, dass der „Herrscher der festen Materie, Ahriman“ die Elektrizität, den Magnetismus und die Atomenergie „eingemacht hat“.  Kernkraftnutzung, darauf läuft seine Elektro-Esoterik hinaus, sei durchaus im Sinn von Rudolf Steiner, damit „die Erde stufenweise in neue Daseinsformen überführt werde“.

In der Folge versuchten führende Anthroposophen die Aussagen des Herrn von Siemens zu mildern, wohl wissend, dass sich grosse Anteile ihrer Gemeinde aus dem atomkritischen linksliberalen Lager rekrutieren. Mit der „dritten Kraft“ habe Rudolf Steiner nicht die Kernenergie gemeint! Er habe überhaupt nicht gesagt, was er damit gemeint hat.

Es bleibt der etwas fahle Nachgeschmack, dass es sich Anthroposophen bei der Frage nach langlebigen Endlagern für radioaktiven Abfall wohl etwas einfacher machen können. Plutonium hat eine Halbwertszeit von etwa 24’000 Jahren, nach Steiner astralisiert sich die Erde jedoch bereits im Jahr 3573.

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